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Bund und Kantone sorgen gemeinsam im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz. So steht es seit 21. Mai 2006 in Artikel 61a der Schweizerischen Bundesverfassung. Auf dieser Grundlage hat der Bund per 1. Januar 2017 das Bildungszusammenarbeitsgesetz (BIZG) in Kraft gesetzt. Die Digitalisierung nimmt in der Erklärung 2019 zu den gemeinsamen politischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz einen zentralen Platz ein. Die Fachagentur Educa ist das gemeinsame Instrument von Bund und Kantonen für die Qualitätsentwicklung im digitalen Bildungsraum. Die strategische Steuerung der Aufträge erfolgt über die Prozessleitung Bildungszusammenarbeit (PL BiZ).

«Die digitalen Möglichkeiten und Angebote entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit. Das ist für die Bildung eine grosse Chance. Der Unterricht wird vielseitiger und individueller, Lernen und Studieren wird ortsunabhängiger. Er erfordert aber viel Fachwissen in den Bereichen Infrastruktur, Kompatibilität von Systemen und Datenschutz. Für die Kantone ist es entscheidend, Trends zu erkennen und anhand von präzisen Analysen zu definieren, welchen Weg sie in der Digitalisierung beschreiten. Educa bereitet dieses Fachwissen auf und unterstützt die Kantone so auf dem Weg in die digitale Zukunft.» 
Susanne Hardmeier, Generalsekretärin EDK

«Die heutige Gesellschaft ist durch die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung geprägt. Die Digitalisierung bietet in der Bildung neue Methoden und Möglichkeiten für das Lehren und Lernen sowie neue Formen der Datennutzung und des Monitorings zur Steuerung des Bildungssystems. Gleichzeitig ist das System mit Herausforderungen wie Chancengleichheit, Datenschutz und Schulinfrastruktur konfrontiert. Die Leistungen von Educa an der Schnittstelle zwischen Bildung und Digitalisierung tragen dazu bei, dass sich unser Bildungssystem in Richtung einer durchdachten und kohärenten Integration der Digitalisierung bewegt.»
– Josef Widmer, stv. Direktor SBFI

Koordinationsausschuss Digitalisierung

Als Plattform für den strategisch Austausch und die interdisziplinäre Entwicklung im digitalen Bildungsraum Schweiz dient der Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi). Er nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • Er sorgt für eine zeitnahe Beobachtung der Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, erfasst und bewertet die bildungsrelevanten Trends und Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und eruiert neue Schwerpunktthemen, die für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik relevant sind;
  • Er koordiniert die wissenschaftlich-statistische Begleitung des Bereichs ICT und Bildung und veranlasst die Aufbereitung von Wissen über die Nutzung der ICT im Bildungswesen, über die Kompetenzen im Umgang mit ICT und über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Bildungswesen im Rahmen des Bildungsmonitoring Schweiz;
  • Er fördert die Zusammenarbeit über institutionelle und fachliche Netzwerke und sorgt für eine Stärkung des Dialoges zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen mit dem Ziel, gesamtschweizerische Massnahmen- und Lösungsvorschläge zuhanden der bildungspolitischen Entscheidungsträger auszuarbeiten;
  • Er sorgt für den Einbezug relevanter Arbeiten und Akteure bei der Lancierung von Projekten von gesamtschweizerischer Dimension;
  • Er sorgt für den Austausch über laufende Umsetzungsvorhaben von Bund und Kantonen im Bereich der Digitalisierung im Bildungswesen und achtet dabei auf die gezielte Nutzung von Synergien;
  • Er koordiniert bei Bedarf die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in Fragen von strategischer Relevanz und von gesamtschweizerischen Projekten;
  • Er kann nach Genehmigung der Prozessleitung Bildungszusammenarbeit Aufträge vergeben für Studien zu Trends sowie Prüfaufträge für neue Vorhaben.

Die Direktion des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und das Generalsekretariat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (GS EDK) leiten den KoA Digi gemeinsam.

Vier prioritäre Themen

Der KoA Digi hat vier prioritäre Themen im Zusammenhang mit der Digitalisierung in der Bildung definiert:

  • Technische Rahmenbedingungen: Als erste Massnahme unter diesem Titel hat die EDK-Plenarversammlung am 24./25. Oktober 2019 die Gründung einer schweizweiten Föderation der Identitätsdienste für Volksschule und Sekundarstufe II beschlossen (Edulog). Educa ist als Geschäftsstelle für die Inbetriebnahme und den Abschluss der Föderationsverträge mit den Identitäts- und Dienstleistungsanbietern zuständig.  
  • Datenzugang, Dateneigentum und Datenschutz: Im Sommer 2019 hat ein interdisziplinäres Team der Fachagentur Educa mit externen Expertinnen und Experten den Bericht «Daten in der Bildung – Daten für die Bildung» publiziert. Auf dieser Grundlage werden nun die Rahmenbedingungen für eine tragfähige Data-Governance erarbeitet.
  • Datengestütztes Monitoring: Für das gemeinsame Bildungsmonitoring von Bund und Kantonen ist der Koordinationsausschuss Bildungsmonitoring (KoA BiMo) zuständig. Ein Vertiefungsbericht soll nun die Auswirkungen der Digitalisierung aufzeigen und eine Basis für künftige Anforderungen an den Umgang mit Bildungsdaten schaffen.
  • Akteure im Bereich der Digitalisierung und Bildung: Im Juni 2019 fand eine erste Dialogveranstaltung zwischen Bildungsverantwortlichen der beiden institutionellen Ebenen Bund und Kantone, Akteuren der Edtech-Branche und Personen aus der Schul- und Unterrichtspraxis statt. Dieses Veranstaltungsformat auf Einladung wird zweimal pro Jahr zu wechselnden Themen durchgeführt.

Statut und Leistungsvereinbarung

Per 1. Januar 2021 erhält die Fachagentur Educa ein neues Statut als öffentlich-rechtliche Institution unter der Obhut der EDK und der SBFI. Die Leistungsvereinbarung für die Jahre 2021 bis 2024 ist auf die fünf Schwerpunktthemen ausgerichtet, die auf dieser Website laufend erweitert und aktualisiert werden:

  • Bildungstechnologien
  • Informations- und Rechtssicherheit
  • Digitale Identität
  • Datennutzung
  • Innovationen